Björn Enno Hermans übernimmt von Philipp Hennen

Die AG Wohlfahrt versteht sich als Lobby für die Schwächsten. Sie vertritt nicht nur die Interessen der eigenen Träger, sondern hat vor allem die Notlagen der Menschen im Blick – unabhängig davon, welcher Verband ein Angebot bereitstellt.
Ziel ist es, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und soziale Gerechtigkeit zu sichern. Verschiedene Gruppen dürfen dabei nicht gegeneinander ausgespielt, sondern soziale Anliegen müssen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden.
Philipp Hennen blickt auf drei Jahre zurück, in denen die Ausläufer der Corona-Pandemie die Wohlfahrtsverbände und die Stadt Essen vor enorme Herausforderungen stellten. Bei verschiedenen Demonstrationen, zu denen unter anderem die AG Wohlfahrt aufgerufen hatte, etwa gegen Kürzungen der Landesmittel, ist es jedoch gelungen, ein starkes Zeichen zu setzen, dass sozialpolitische Anliegen Menschen verbinden.
Die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts soll auch die nächsten drei Jahre im Mittelpunkt stehen. Drei große Themenfelder werden die Arbeit der AG Wohlfahrt in Essen prägen:
Pflege und Altenhilfe
Die Bedürfnisse der Menschen, wie sie im Alter wohnen wollen, verändern sich, so dass sich auch die Angebotslandschaft ändern muss. Die Wohlfahrtsverbänden schauen dabei vor allem auf die Frage, welche Einrichtungen zukünftig gebraucht werden, wie kann deren Qualität gesichert sein und welche Ideen gibt es, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.
Kita und Betreuung
Die Kitalandschaft wird sich weiter verändern, teilweise besteht in einigen Stadtteilen bereits heute schon ein Überangebot an Plätzen. Die Träger müssen sich an diese Herausforderung anpassen und neue Ideen entwickeln.
Vulnerable Zielgruppen - Wohnen
Essen ist im Bereich der Wohnungslosigkeit gut aufgestellt, dennoch bleibt das Thema sichtbar und drängend. Niedrigschwellige Angebote bleiben essenziell, um Menschen in Wohnraum zu vermitteln, es fehlt jedoch passender Wohnraum, besonders für wohnungslose Menschen und junge Erwachsene. Hohe Baukosten erschweren gleichzeitig die Schaffung neuen Wohnraums.
Der gesellschaftliche Zusammenhalt spielt in alle diese Themen hinein: Wenn die Renten nicht für Wohnraum reichen oder Menschen Angst im öffentlichen Raum empfinden, wächst die Unzufriedenheit.
Die AG Wohlfahrt sieht es als ihre Aufgabe, Notlagen wahrzunehmen und passgenaue Hilfen zu ermöglichen. Sie nimmt alle Perspektiven ein – besonders die derjenigen, die sich nicht selbst Gehör verschaffen können.