Wichtige Integrationsarbeit und Rückkehrberatung in Gefahr

Der Caritasverband für das Bistum Essen hat in seiner Pressemitteilung auf die Probleme verwiesen, die eine Kürzung des Förderprogramms „Soziale Beratung von Geflüchteten“ verursachen würde. Die Neuregelung, dass pro Vollzeitstelle 15.000 € aus Eigenmitteln zugeschossen werden müssen und ein komplett neues Vergabeverfahren etabliert wird, ist für viele Verbände nicht umsetzbar und birgt die Gefahr, das langjährige Fachkräfte mit Berufserfahrung nicht weiterbeschäftigt werden können, weil Eigenmittel nicht ausreichen. Dies würde zu einer Verschlechterung der Beratungsqualität führen.

In Essen arbeiten beim Caritasverband für die Stadt Essen und seiner Tochter cse gGmbH derzeit vier Kolleg*innen in der vom Land geförderten Integrationsagentur, der regionalen Flüchtlingsberatung und der Ausreise- und Perspektivberatung. Alle Angebote sind in der Stadt etabliert und werden von der Zielgruppe sehr gut angenommen. In 2019 fanden allein in der Ausreise- und Perspektivberatung fast 800 Beratungen statt. Die Mitarbeiter*innen befassen sich seit Jahren mit diesen Themen, sind qualifiziert und erfahren. Eine Mitarbeiterin ist seit dem Start der Ausreise- und Perspektivberatung vor 15 Jahren dabei. Gegründet wurde die Beratung 2005 unter Trägerschaft des Diözesan-Caritasverbandes, 2007 wurde sie ebenso wie die Integrationsagentur vom Caritasverband für die Stadt Essen übernommen. 

„Wir wollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter bei uns beschäftigen und ihre Erfahrungen und ihr Wissen nicht aufgeben, damit die Qualität der Beratung erhalten bleibt.“, so Caritasdirektor Prof. Dr. Björn Enno Hermans „Dafür braucht es eine Weiterführung des Förderprogramms in der derzeitigen Form. Ansonsten stehen wir vor hohen finanziellen Einbußen, die wir kaum auffangen können. Die Kürzung beeinträchtigt die Integration der Menschen in unsere Stadt. Das ist ein schlechtes Signal.“