Ein Jahr "Herz am Telefon"

Am 26. März fand der erste telefonische Besuchsdienst im Rahmen des Projektes „Herz am Telefon“ statt. Die Ehrenamtliche Mechthild Schuhmann (61 Jahre) besuchte ihre Gesprächspartnerin zum ersten Mal per Telefon. „Ich wollte mich in der damaligen Corona-Situation aktiv und sinnvoll einbringen und einen kleinen Beitrag leisten. Im Laufe der Gespräche haben wir dann eine zwischenmenschliche Beziehung und Vertrauen zueinander aufgebaut. Neben dem Alltagsgeschehen sprechen wir auch über Sorgen und Probleme.“, erzählt sie. Die Telefonate sind inzwischen Teil ihres Alltags geworden und ein kleiner Lichtblick in Zeiten von Corona. „Ich werde oft begrüßt mit ‚Habe ihren Anruf schon vermisst.‘“ freut sich Schuhmann. Seit dem ersten Gespräch im März 2020 telefonieren die beiden Frauen jede Woche miteinander.

Anlässlich des Jubiläums überreichte Caritas-Mitarbeiterin Beate Kaltenbach (auf dem Foto rechts) Mechthild Schuhmann einen kleinen Frühlingsgruß.

Im März 2020 startete der Caritasverband für die Stadt Essen die Aktion „Herz am Telefon“. Ziel war es, einen sozialen Austausch per Telefon zu ermöglichen, um der Einsamkeit von Seniorinnen und Senioren aufgrund der Corona-Pandemie entgegen zu wirken. „Gesellschaftliche Verantwortung in Zeiten einer Pandemie bedeutet auch, dass man füreinander da ist.“ so Caritasdirektor Björn Enno Hermans. Die überwiegend gleichaltrigen Ehrenamtlichen und Kund*innen sprachen in den folgenden Monaten größtenteils mehrmals in der Woche miteinander. Die Gespräche dauerten im Schnitt 15 bis 20 Minuten, teilweise wurde auch eine Stunde per Telefon „besucht“. Die Themen der Gespräche waren dabei vielfältig und behandelten überwiegend Alltagsthemen und Sorgen aufgrund der Corona-Pandemie. 

Aus der Aktion ist mittlerweile ein festes Projekt geworden, „Herz am Telefon“ wird unabhängig von der Corona-Pandemie weitergeführt. Auch wenn einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Besuchsdienst nach einigen Gesprächen nicht mehr benötigen, betrifft das Thema Einsamkeit viele Essener Bürgerinnen und Bürger. Hier möchte der Caritasverband mit dem niederschwelligen Angebot unterstützen. 

Derzeit sind 27 Ehrenamtliche beim Caritasverband angemeldet, davon sind 17 Personen aktiv im Telefonbesuchsdienst tätig. 

Viele Ehrenamtliche führen die Gespräche ebenso wie Mechthild Schuhmann seit dem Frühjahr 2020. „Da ich gerne Kontakte zu Menschen, auch zu älteren Menschen, habe, hat mich die Idee von ‚Herz am Telefon‘ sofort angesprochen. Seit 
April 2020 habe ich regelmäßig telefonischen Kontakt. Anfangs war es wöchentlich, inzwischen liegen meistens zwei Wochen dazwischen. Da die Gespräche für uns beide sehr unterhaltsam und bereichernd sind, dauern sie häufig bis zu einer Stunde. Ich denke, wir werden sie auch weiterhin führen.“, erzählt ein Ehrenamtlicher (64 Jahre). Antje Roer (63 Jahre) ergänzt: „Ich besuche ein bis zweimal in der Woche regelmäßig per Telefon, auch am Wochenende. Manchmal dauern die Gespräche über eine Stunde. Ein schöner und lustiger Moment war das Erstgespräch mit einer alten Dame, die Hund heißt, und ich habe mich mit ‚Katze‘ gemeldet, was bis heute so geblieben ist. Schon wird am Telefon gelacht und das Gespräch fängt positiv an.“

Interessierte, die als Ehrenamtliche*r jemanden am Telefon besuchen wollen oder Menschen, die einsam sind und angerufen werden möchten, können sich weiterhin beim Caritasverband für die Stadt Essen melden. Nach einem ersten Vorgespräch mit Caritasmitarbeiterin Beate Kaltenbach werden die Gesprächspartner einander fest zugeordnet. Bei Rückfragen können sich alle Beteiligten jederzeit an den Verband werden.

Kontakt: 
Beate Kaltenbach, Caritasverband für die Stadt Essen e.V. 
Telefon: 0201 632569-902 
E-Mail: telefonbesuch@caritas-e.de